Wie entsteht diese Krankheit Bauchfellkrebs?

Bauchfellkrebs, medizinisch Peritonealkarzinose genannt, entsteht, wenn sich Krebszellen im Bauchfell ansiedeln und dort weiterwachsen. Das Bauchfell ist eine dünne, glatte Haut, die die inneren Organe im Bauchraum überzieht. In den meisten Fällen ist Bauchfellkrebs keine eigenständige Erkrankung, sondern die Folge eines anderen Krebses.

Häufig beginnt die Krebserkrankung in einem Organ wie dem Darm (Blinddarm), dem Magen, den Eierstöcken oder der Bauchspeicheldrüse .

Lösen sich dort Krebszellen vom ursprünglichen Tumor, können sie sich im Bauchraum verteilen. Diese Zellen setzen sich am Bauchfell fest und beginnen dort erneut zu wachsen. Im Laufe der Zeit entstehen viele kleine Tumorherde, die zusammen als Bauchfellkrebs bezeichnet werden.

In seltenen Fällen entsteht Bauchfellkrebs direkt im Bauchfell selbst, ohne dass ein anderer Krebs nachweisbar ist. Man spricht dann von einem primären Bauchfellkrebs. Das Bauchfell ist besonders anfällig, weil es eine sehr große Oberfläche hat. Krebszellen können sich dort leicht anheften und durch die ständige Bewegung der Organe im Bauchraum weiter verteilt werden.

Wichtig ist zu wissen, dass Bauchfellkrebs nicht ansteckend ist und nicht allein durch falsche Ernährung oder Stress entsteht.
Die Erkrankung wird oft erst spät erkannt, da die Beschwerden lange unspezifisch sind. Dazu gehören zum Beispiel Blähungen, ein Völlegefühl, Bauchschmerzen oder eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum.

Pseudomyxoma peritonei (PMP) und Einordnung des Tumors

Die besondere Eigenschaft des Pseudomyxoma peritonei ist, dass sich im Bauchraum große Mengen eines zähen, schleimartigen Sekrets ansammeln, das von Tumorzellen produziert wird. Diese schleimbildenden Krebszellen breiten sich im Bauchfell aus und füllen den Bauchraum nach und nach mit diesem Schleim.

Meist entsteht das Pseudomyxoma peritonei nicht direkt im Bauchfell, sondern geht von einem Tumor aus, häufig vom Blinddarm und seltener von den Eierstöcken. Der Tumor platzt oder gibt Zellen ab, die sich im Bauchraum verteilen. Diese Zellen wachsen langsam, bilden aber ständig neuen Schleim.

Das Besondere ist, dass die Erkrankung oft langsam fortschreitet, dabei aber mechanische Probleme verursacht. Der Schleim verdrängt die inneren Organe, was zu einem zunehmenden Bauchumfang, Verdauungsproblemen oder Atembeschwerden führen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebserkrankungen bilden sich dabei oft weniger Metastasen also Fernabsiedelungen, sondern das Problem bleibt hauptsächlich auf den Bauchraum beschränkt.

Pseudomyxoma peritonei  umfasst verschiedene Tumorarten, die sich hauptsächlich nach Grad (low-grade oder high-grade) und Ursprung (meist Blinddarm (Appendix)) einteilen lassen.

  • LAMN – Low-grade appendiceal mucinous neoplasm:
    Grad 1 (G1) Invasionstyp: verdrängt Organe im Bauchraum. Häufigster Typ.
    Deutsch: „Low-grade muzinöse Neoplasie des Appendix“ oder „Niedriggradige muzinöse Neoplasie des Wurmfortsatzes“
  • HAMN – High-grade appendiceal mucinous neoplasm:
    Grad 2 (G2) Invasionstyp: verdrängt Organe im Bauchraum.  Seltener, weniger aggressiv als Adenokarzinom
    Deutsch: „High-grade muzinöse Neoplasie der Appendix“ oder „Hochgradige muzinöse Neoplasie des Wurmfortsatzes“ 
  • Adenokarzinome – es gibt auch hier noch Unterscheidungen auf die wir hier nicht eingehen. 
    Grad 3 (G3) – Invasives Wachstum ins Gewebe besonders bei hohem Anteil an Siegelringzellen .  

Zusammengefasst ist die Besonderheit des Pseudomyxoma peritonei also die schleimproduzierende Ausbreitung im Bauchraum, die seltener  durch aggressives Wachstum, sondern durch die zunehmende Schleimmenge gefährlich wird.

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