Was bedeutet die Diagnose Bauchfellkrebs / Pseudomyxoma peritonei für den Patienten?

Das Pseudomyxoma peritonei (PMP) ist eine seltene Sonderform des sogenannten Bauchfellkrebses. Dabei handelt es sich nicht um einen primären Tumor des Bauchfells, sondern um eine Erkrankung, bei der schleimbildende Tumorzellen – meist ausgehend vom Blinddarm (Appendix), seltener vom Eierstock oder Dickdarm – sich im Bauchraum ausbreiten und große Mengen zähflüssigen Schleims (Muzin) produzieren. Dieser Schleim sammelt sich im Bauchraum an, verdrängt Organe und kann zu zunehmendem Bauchumfang, Völlegefühl, Schmerzen, Verdauungsstörungen oder Darmverschlüssen führen. Typisch für PMP ist ein meist langsames Wachstum und die Tatsache, dass die Erkrankung überwiegend auf den Bauchraum begrenzt bleibt und nur selten früh über Blut oder Lymphe metastasiert.

Für den Patienten bedeutet die Diagnose, dass der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich sein kann – von relativ langsam und über Jahre stabil bis hin zu aggressiver verlaufenden Formen. Entscheidend für Verlauf und Prognose ist die feingewebliche Einteilung des Tumors. Nach der heute gebräuchlichen WHO-/PSOGI-Klassifikation unterscheidet man ein niedriggradiges PMP (low grade) mit wenig aggressiven Tumorzellen und meist günstigerer Prognose sowie ein hochgradiges PMP (high grade) mit deutlich bösartigeren Zellveränderungen und schlechterem Verlauf. Eine besonders aggressive Unterform ist das hochgradige PMP mit Siegelringzellen. Ältere Begriffe wie DPAM oder PMCA finden sich noch in Befunden, entsprechen aber im Wesentlichen diesen modernen Kategorien.

Die Prognose hängt vor allem vom Tumorgrad, vom Ausbreitungsumfang und von den therapeutischen Möglichkeiten ab. In spezialisierten Zentren besteht die Standardtherapie häufig aus einer möglichst vollständigen operativen Entfernung der Tumor- und Schleimanteile, gegebenenfalls kombiniert mit einer erhitzten Chemotherapie im Bauchraum (HIPEC). Da PMP selten und komplex ist, sollte die Behandlung immer in erfahrenen Zentren erfolgen.

Die Erkrankung bleibt häufig über lange Zeit auf den Bauchraum begrenzt, kann jedoch durch die zunehmende Schleimansammlung Organe verdrängen und dadurch Beschwerden wie Bauchumfangszunahme, Völlegefühl, Schmerzen, Verdauungsprobleme oder Darmverschlüsse verursachen.

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Es gibt niedriggradige Formen mit oft jahrelang stabilem Verlauf und vergleichsweise guter Prognose, aber auch hochgradige, aggressivere Formen mit höherem Rückfall- und Sterberisiko. Die Diagnose bedeutet in der Regel, dass eine langfristige, spezialisierte medizinische Betreuung notwendig ist. Häufig sind größere operative Eingriffe erforderlich, manchmal kombiniert mit einer speziellen Chemotherapie im Bauchraum. Auch nach erfolgreicher Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig, da Rückfälle möglich sind.

Die wichtigsten Formen und Fachbegriffe

Die Bezeichnung richtet sich danach, wie die Zellen unter dem Mikroskop aussehen und wie aggressiv der Tumor wächst:
  1. LAMN (Low-grade Appendiceal Mucinous Neoplasm): Dies ist die häufigste Ursache für ein PMP. Es handelt sich um eine niedriggradige, schleimbildende Veränderung des Blinddarms. Solange der Tumor nur im Blinddarm sitzt, ist er technisch gesehen noch kein Krebs, kann aber bei einem Durchbruch Schleimzellen in den Bauchraum entlassen, was dann zum klinischen Bild des PMP führt.
  2. DPAM (Disseminated Peritoneal Adenomucinosis): Dies ist die „milde“ Verlaufsform des PMP auf dem Bauchfell. Hier finden sich im Schleim nur sehr wenige, wenig aggressive Tumorzellen. Die Heilungschancen sind bei dieser Form nach einer erfolgreichen Operation am höchsten.
  3. PMCA (Peritoneal Mucinous Carcinomatosis): Dies ist die bösartige (maligne) Form. Hier weisen die Zellen deutliche Merkmale von Krebs auf und wachsen aggressiver. Mediziner unterteilen diese oft weiter in:
    • PMCA-I (Intermediate): Eine Mischform mit mäßig aggressiven Zellen.
    • PMCA-S (mit Siegelringzellen): Die aggressivste Variante, bei der die Zellen ein charakteristisches Aussehen unter dem Mikroskop haben (ähnlich einem Siegelring).
  4. HAMN (High-grade Appendiceal Mucinous Neoplasm): Ähnlich wie LAMN, aber die Zellen zeigen bereits im Blinddarm Merkmale einer höheren Aggressivität, ohne jedoch invasiv in das Gewebe einzuwachsen.